© Günther Wagner

Mit der Direktive Nr. 22 vom 6. Dezember 1945 ordneten die Alliierten die Schleifung des Westwalls an. Wie konsequent der Rückbau der Bunkeranlagen erfolgte, hing vom Vorgehen der Besatzungsmächte und der nachfolgenden Regierungen der Bundesrepublik sowie in den Bundesländern ab, über die sich die Anlagen erstrecken (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg). In der Nachkriegszeit gerieten die baulichen Überreste des Westwalls allmählich in Vergessenheit. Man konnte oder wollte sich nicht mehr an den von Deutschland geführten, rassistischen Angriffs- und Vernichtungskrieg erinnern, an den auch der Westwall erinnert.

Erst seit den 1990er Jahren rückte der ehemalige Westwall wieder verstärkt in das Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit und unterschiedlicher Interessengruppen. Kleinere private Initiativen begannen damit, einzelne Bunkeranlagen zu sichern, mit Exponaten auszustatten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es wurden auch Wanderwege mit zahlreichen Infotafeln zum Westwall angelegt.

Musealisierungen des Westwalls, die oftmals wissenschaftliche und didaktische Standards nicht einhielten, führten dazu, dass zahlreiche solcher Einrichtungen in die Kritik gerieten. Dies belebte zugleich die Diskussion darüber, wie zukünftig mit diesem NS-Erbe umzugehen sei.